Zugang zur Stadt

© Maria Welzig

 

Die Tore von Wien sind Festungstore, sie sind so eng, dass nur ein Wagen und durch das Nebentürchen nur eine Person kommen kann. Welche Rippenstöße setzt es da ab! Wie rennt man einander gegen Stirn und Nasen, wie oft wird man auf die Füße getreten! Und dann bis über die Brücke hinaus! Ein ewiger Wind bläst dort ewigen Staub in die Augen und zwingt, das Gesicht mit Tuch zu verstopfen. Kurz, der Ausgang und Rückweg beschert so viele Unbequemlichkeiten und erhitzt so sehr, dass er das kurze Vergnügen weit überwiegt und uns despotisch in die Stadt einschließt.

Johann Pezzl, Skizze von Wien. Ein Kultur und Sittenbild aus der josefinischen Zeit, 1786–1790

 

© Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv
Zugang zur Stadt über den Burggraben und durch die Festungstore vor der Hofburg (Zustand vor 1818)

 

Die (innere) Stadt war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts durch eine massive Basteianlage gegenüber den Vorstädten abgeriegelt. Der Zugang zur Stadt von Westen war nur durch die Festungstore unmittelbar vor der Hofburg möglich. Dabei musste man drei Burgtore und eine schmale Brücke über dem Festungsgraben passieren. Bevor man sicher im Inneren Burghof ankam, galt es außerdem noch, eine enge, unterirdisch geführte Kurve zu meistern.