Frauenverein
im Volksgarten

© feld72

 

Am 28. August 1848 gründete die Adelige Karoline von Perin-Gradenstein (1808–1888) den ersten „Wiener Demokratische Frauen-Verein“, dessen Vereinsversammlungen regelmäßig im Volksgarten-Café stattfanden. In Folge der Revolution von 1848 gegründet, hatte dieser die Gleich­berechtigung der Frauen zum Ziel, und er setzte sich für ihren Zugang zur Bildung ein. Auch die Verbreitung des demokratischen Prinzips war in den Statuten festgeschrieben. Dieser Verein steht am Beginn der Frauenbewegung in Österreich.


Statuten des ersten Wiener demokratischen
Frauen-Vereins 1848 (Auszug)

§ 1—Der Name des Vereines ist: Wiener demokratischer Frauen-Verein.

§ 3—Der Verein soll bestehen aus wirkenden (weiblichen) und unterstützenden männlichen und weiblichen Mitgliedern.

§ 7—Mitglieder, sowohl wirkende als unterstützende, können bloß Frauen von gutem Rufe und freisinnigem Charakter sein. Sollte wider Verhoffen ein Mitglied beigetreten sein, welches diesen Anforderungen nicht entspricht, so kann es durch Stimmenmehrheit ausgeschlossen werden.

§ 8—Herren können nur ausnahmsweise als Ehrenmitglieder bei den Sitzungen zugezogen werden, haben sich aber der Abstimmung zu enthalten.

§ 10—Unter den Mitgliedern darf kein Standesunterschied gelten. Man sagt einfach Frau und Fräulein. Verheiratete Frauen haben vor den unverheirateten keinen Vorzug.