Zwidemu

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Die dürftigen gestutzten und symmetrisch angeordneten Sträucher vermitteln den melancholischen Eindruck eines Friedhofs und erinnern einen mehr dem Leben zugewandten Menschen an die Wiener Krapfen. Einige ausladende Bäume hier und dort und spielende Kinder könnten Vielfalt und Belebung in diesen leeren und traurigen Ort bringen, vermutlich sehr zum Vergnügen der sich auf ihrem Sockel langweilenden Kaiserin.

So beschreibt der gefeierte russische Maler und Schriftsteller Wassili W. Wereschtschagin bei seinem Wien-Besuch Ende des 19. Jahrhunderts den Maria-Theresien-Platz.

Wereschtschagin hätte sich vermutlich darüber gefreut, dass Wiener Jugendliche im 21. Jahrhundert diesen Platz zu einem ihrer Treffpunkte erwählt und ihm sogar einen eigenen Namen gegeben haben: zwidemu = zwischen den Museen.